• 2026-04-03
  • - Klara Stein

Grün nach oben: So baust du dir einen vertikalen Garten am Balkon – Schritt für Schritt zum DIY-Erfolg

Ob Mini-Balkon in der Stadt oder großzügige Loggia: Ein vertikal gestalteter Garten holt mehr Grün nach oben, nutzt die Höhe statt der Fläche und schafft zugleich Sichtschutz, Duft und Erntefreude. Dieser umfassende Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch dein Projekt – von der Idee über die Planung, Materialwahl, den Aufbau bis hin zur langfristigen Pflege. So gelingt dir dein Vertikaler Garten am Balkon–DIY nachhaltig, sicher und ästhetisch.

Warum vertikal gärtnern auf dem Balkon?

Vertikale Begrünung ist mehr als ein Trend – sie ist eine durchdachte Antwort auf knappen Raum, urbane Hitzeinseln und den Wunsch nach mehr Natur im Alltag. Ein Vertikalgarten bietet:

  • Platzersparnis: Du nutzt die Höhe, gewinnst Stellfläche und behältst Bewegungsfreiheit.
  • Micro-Climate: Pflanzen kühlen durch Verdunstung, filtern Feinstaub und verbessern die Luftqualität.
  • Ertrag und Vielfalt: Auf kleinstem Raum kombinierst du Kräuter, Salate, Erdbeeren, Tomaten und Zierpflanzen.
  • Ästhetik und Sichtschutz: Rankende und hängende Pflanzen schaffen Struktur, Farbe und Privatsphäre.
  • Nachhaltigkeit: Upcycling, torffreie Substrate und smarte Bewässerung schonen Ressourcen.

Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene: Mit der richtigen Anleitung wird dein Vertikaler Garten am Balkon–DIY zum langlebigen, pflegeleichten Projekt.

Planung und Konzept: Der Weg zum grünen Erfolg

Bevor du loslegst, lohnt sich eine sorgfältige Planung. Sie entscheidet über Robustheit, Pflegeaufwand und Ertrag deines Systems.

Standortanalyse: Licht, Wind, Wasser, Statik

  • Licht: Prüfe die Sonnenstunden.
    • Südbalkon: 6–8 h Sonne – ideal für Tomaten, Paprika, mediterrane Kräuter.
    • Ost/West: 3–5 h Sonne – perfekt für Erdbeeren, Salate, Bohnen, viele Blühpflanzen.
    • Nord: hell-schattig – Farne, Funkien, Minze, Waldmeister, Blattzier.
  • Wind: Je höher, desto windiger. Plane stabile Befestigungen, Windschutz und schwere Töpfe unten.
  • Wasser: Zugang zu Wasser erleichtert die Pflege. Denke an Tropfbewässerung oder Gießkannen-Logistik.
  • Statik: Nasse Erde ist schwer. Rechne mit 10–15 kg pro 10 l Substrat. Verteile Lasten flächig, prüfe Geländerfestigkeit.

Zweck und Stil: Was soll dein Vertikalgarten können?

  • Erntefokus: Kräuter, Salate, Snack-Gemüse, Erdbeeren.
  • Blüten & Bestäuber: Insektenfreundliche Mischungen, Duft- und Dauerblüher.
  • Sichtschutz: Dichte Ranker (Clematis, Hopfen), immergrüne Strukturen, Bambus (im Topf).
  • Pflegeleicht: Sukkulenten, Sedum-Matten, automatisierte Bewässerung.

Definiere einen Stil: natürlich-rustikal (Paletten, Jute), modern-minimal (Metall, schwarze Töpfe), Boho (Makramee, terrakottafarbene Gefäße) – so bleibt das Design konsistent.

Skizze und Maße: Smarte Flächennutzung

  • Höhe: 180–220 cm sind praxistauglich. Oben leichte, unten schwere Elemente.
  • Breite: Passe an Wand- oder Geländerfläche an. Plane Zugang zum Fenster/Tür.
  • Abstände: 20–30 cm zwischen Ebenen für Licht und Pflegezugang.
  • Mietrecht/Sicherheit: Keine Bohrungen in tragende Bauteile ohne Erlaubnis. Tropfschutz für Nachbarn einplanen.

Material- und Werkzeugliste

Wähle Materialien nach Budget, Stil und Witterungsschutz. Für deinen Vertikaler Garten am Balkon–DIY haben sich folgende Optionen bewährt:

Tragstruktur: Low-Budget bis Premium

  • Europalette/Palettenrahmen (Upcycling): Robust, günstig, vielseitig. Oberfläche schleifen, wetterfest ölen.
  • Rankgitter aus Metall/Holz: Leicht, modular, ideal für Hänge-Töpfe und Ranker.
  • Modulare Pflanzwände: Stecksysteme mit Taschen/Modulen – schnell, sauber, austauschbar.
  • Leiter-/A-Frame: Freistehend, bohrfrei – gut für Mietwohnungen.

Behälter und Aufsätze

  • Hänge-Töpfe mit Haken/Klammern: Für Gitter und Geländer, UV-stabil, mit Wasserstandsanzeige optional.
  • Filz-/Vlies-Taschen: Leicht, atmungsaktiv, ideal für Kräuter und Erdbeeren.
  • Holzkästen: Rustikal, isolierend; innen mit Teichfolie für Langlebigkeit.
  • PET-Flaschen/Metall-Dosen (Upcycling): Günstig, aber sorgfältige Kantenentgratung und Drainage nötig.

Bewässerung und Drainage

  • Tropfschlauch/Spaghetti-Schläuche: Gleichmäßige Wasserabgabe, perfekt für vertikale Systeme.
  • Kapillar-Matten/Dochte: Wassertransport von unten nach oben für konstante Feuchtigkeit.
  • Wasserspeicher-Granulat/Bims: Verbessert Feuchtehaltung, beugt Austrocknen vor.
  • Auffangschale/Leiste: Sammelt Überschuss, schützt Nachbarn und Fassade.

Substrate und Dünger

  • Torffreie Balkon-/Kübelerde: Strukturstabil, nachhaltig; mische 30–40% mineralische Anteile (Bims, Blähton, Perlit).
  • Organische Dünger: Langzeitpellets, Wurmkompost, Pflanzenjauchen – sanft und nachhaltig.
  • pH-Anpassung: Kräuter mögen leicht alkalisch; Heidelbeeren benötigen saures Substrat (Sondertopf).

Werkzeug

  • Bohrmaschine/Schrauber (falls Wandmontage erlaubt), Schleifpapier, Handsäge (bei Holz), Zange, Cuttermesser.
  • Wasserwaage, Maßband, Bleistift.
  • Handschuhe, Schutzbrille, Gewebeband.

Schritt-für-Schritt: Drei erprobte Bauvarianten

Wähle die Variante, die zu deinem Stil, Budget und zu deinen handwerklichen Skills passt. Jede Methode führt dich zuverlässig zum DIY-Erfolg.

Variante 1: Paletten-Pflanzwand (robust, günstig, flexibel)

Perfekt für: Kräuter, Salate, Erdbeeren, hängende Zierpflanzen. Passt hervorragend zu einem Vertikaler Garten am Balkon–DIY im Upcycling-Stil.

  1. Palette vorbereiten: Nägel prüfen, Kanten schleifen, Holzschutzöl oder -lasur auftragen.
  2. Taschen anlegen: Rückseite und Fächer mit Teichfolie/Vlies auskleiden, Klammern tackern. Drainagelöcher unten einbringen.
  3. Montage:
    • Freistehend: Fuß/Füße anbringen oder A-Frame; Gewicht mit Pflanzkübeln sichern.
    • Wandmontage: Nur mit Erlaubnis; geeignete Dübel/Schrauben, Last verteilen, Wasserlauf planen.
  4. Substrat einfüllen: 3–5 cm Drainageschicht (Blähton), darauf Substrat-Wasserspeicher-Mix.
  5. Pflanzen einsetzen: Große Wurzeln in mittlere Fächer, Hänger nach oben/vorne, Kräuter zu Gruppen.
  6. Bewässerung einrichten: Tropfschlauch oben führen, Verteiler auf Ebenen setzen; Testlauf.
  7. Finish: Kanten prüfen, Schilder/Etiketten, Auffangleiste unten montieren.

Variante 2: Rankgitter mit Hänge-Töpfen (modular, bohrfrei möglich)

Perfekt für: Rankgemüse (Erbsen, Stangenbohnen), Kletterblumen, einzelne Kräutertöpfe.

  1. Gitter sichern: Standfüße oder Geländerhaken nutzen; Abstandshalter zur Fassade.
  2. Hänge-Töpfe anordnen: Schweres nach unten, lockere Staffelung für Lichtzugang.
  3. Rankhilfen ergänzen: Seile/Drähte für Ranker; Knoten/Clips regelmäßig prüfen.
  4. Pflanzenwahl: Unten Volumen (Tomaten in großen Töpfen), oben leichte Kräuter/Blüher.
  5. Wasserführung: Tropfer einzeln pro Topf, optional Wasserstandsanzeige.

Variante 3: Modulares Kistensystem/Turm (clean, erweiterbar)

Perfekt für: Designorientierte Setups, wechselnde Bepflanzung, einfache Reinigung.

  1. Module wählen: UV-stabile Boxen mit Stecksystem; integrierte Reservoirs bevorzugt.
  2. Rahmen aufbauen: Steckleisten/Schienen anbringen; Stabilität testen.
  3. Substrat-Mix: 60–70% torffreies Substrat, 30–40% mineralisch; Dünger beigemischt.
  4. Bepflanzen: Mischkultur (z. B. Erdbeere + Schnittlauch), Höhen gestaffelt.
  5. Automatik: Timer + Pumpe/Leitung installieren; Tropfrate pro Ebene justieren.

Pflanzenauswahl nach Balkonlage

Die richtige Pflanze am richtigen Ort ist der halbe Pflegeaufwand. So wird deine vertikale Bepflanzung vital und ertragreich.

Südbalkon (vollsonnig)

  • Kräuter: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei, Bohnenkraut.
  • Gemüse/Früchte: Cocktailtomaten, Chili, Paprika, Auberginen (große Töpfe), Erdbeeren.
  • Blüher: Kapuzinerkresse, Zinnien, Verbene, Lavendel (Drainage beachten).

Ost-/Westbalkon (halbschattig)

  • Kräuter: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum (wärmeliebend, windgeschützt).
  • Gemüse: Pflücksalate, Mangold, Radieschen, Buschbohnen, Zuckererbsen.
  • Blüher: Fuchsien, Lobelien, Begonien (viel Blüte bei moderatem Licht).

Nordbalkon (schattig/hell)

  • Strukturpflanzen: Farne, Funkien, Purpurglöckchen.
  • Aromatisch/robust: Minze (im Topf!), Zitronenmelisse, Waldmeister.
  • Hängepflanzen: Efeutute (frostfrei überwintern), Muehlenbeckia, Efeu.

Essbar vs. Zier – gelungene Mischungen

  • Duft & Ernte: Erdbeeren + Thymian + Lavendel.
  • Rankend & snacktauglich: Stangenbohnen + Kapuzinerkresse.
  • Blattschmuck & Kräuter: Funkien + Schnittlauch + Petersilie (Nord/Ost).

Bepflanzung: Profi-Tipps für dichte grüne Wände

  • Staffelung: Unten kräftige Wurzler, mittig Füllpflanzen, oben Hänger.
  • Mischkultur: Kombiniere Nährstoff- und Wurzeltypen, um Konkurrenz zu reduzieren.
  • Aussaat vs. Jungpflanzen: Kräuter/Salate selbst aussäen; Tomaten/Chili als Jungpflanzen.
  • Pflanzabstand: Eng, aber nicht überfüllt: 15–20 cm für Kräuter/Salate, 30 cm für Tomaten.
  • Mulchen: Kokosfaser, Hanf oder feiner Rindenmulch hält Feuchtigkeit.

Bewässerung, Düngung und Pflege

Vertikale Systeme trocknen schneller aus – eine durchdachte Wasserversorgung ist der Schlüssel.

Gieß-Strategien

  • Von oben nach unten: Oben moderat gießen, Abfluss sammelt sich unten – Überschuss abfangen.
  • Tröpfchenbewässerung: 1–2 l/h Tropfer pro Topf/Ebene; morgens 10–20 min bei Sommerhitze.
  • Kapillar-Dochte: Für filzbasierte Wände; konstant, urlaubstauglich.
  • Wasserqualität: Regenwasser bevorzugt; kalkarme Mischung für Basilikum, Hortensien.

Düngen mit System

  • Startgabe: Beim Einpflanzen organische Langzeitdünger untermischen.
  • Flüssigdünger: Alle 7–14 Tage in der Saison bei Starkzehrern (Tomaten, Chili).
  • Wurmkompost/Wurmtee: Mild, belebt das Substrat – ideal im Wechsel mit organischen Flüssigdüngern.
  • Hinweis: Filztaschen laugen schneller aus; regelmäßige, kleine Gaben sind besser als seltene, große.

Rückschnitt, Ernte, Hygiene

  • Kontinuität: Regelmäßiges Ernten fördert Neuaustrieb (Schnittsalat, Basilikum).
  • Ausgeizen: Bei Tomaten Seitentriebe entfernen; bessere Luftzirkulation, mehr Frucht.
  • Hygiene: Welke Blätter zügig entfernen; beugt Pilzbefall vor.

Sicherheit, Statik und Mietrecht

Dein Vertikaler Garten am Balkon–DIY muss nicht nur schön, sondern auch sicher sein.

  • Lastverteilung: Max. Traglast des Balkons beachten; schwere Elemente bodennah positionieren; Unterlagen zur Lastverteilung nutzen.
  • Befestigung: Nur zugelassene Dübel/Schrauben; bei Mietobjekten bohrfreie Systeme bevorzugen.
  • Wasserführung: Tropfschutz/Schalen; keine Pfützenbildung; Nachbarn respektieren.
  • Sturmschutz: Haken sichern, Kabelbinder/Metallklammern; losen Dekor abnehmen bei Windwarnung.
  • Brandschutz: Keine offenen Flammen nahe trockener Pflanzen/Filzstrukturen.

Nachhaltigkeit und Upcycling

  • Materialwahl: FSC-Holz, recycelte Kunststoffe, pulverbeschichtete Metalle.
  • Substrat: Torffreie Mischungen; regionale Zuschläge (Bims, Lava, Blähton).
  • Wasser sparen: Mulch, Tropfbewässerung, Regenwasser sammeln (wo erlaubt).
  • Upcycling-Ideen:
    • Paletten + Jutesäcke als Pflanztaschen.
    • Konservendosen als Kräutertöpfe (innen mit Klarlack versiegelt).
    • PET-Flaschen als hängende Übertöpfe mit Dochtbewässerung.
  • Bienenfreundlich: Nektar-/pollenreiche Sorten, keine Neonikotinoide, ungefüllte Blüten.

Häufige Fehler und schnelle Lösungen

  • Staunässe: Symptome: Gelbe Blätter, muffiger Geruch. Lösung: Mehr Drainage, weniger Gießmenge, Topffüße.
  • Austrocknung: Schlappe Triebe. Lösung: Wasserspeicher-Granulat, Mulch, Bewässerung auf morgens umstellen.
  • Nährstoffmangel: Helle Blätter, schwaches Wachstum. Lösung: Flüssigdünger-Kur, Wurmtee, Substrat auffrischen.
  • Schädlinge: Blattläuse/Spinnmilben. Lösung: Neem/Schmierseife, Raubmilben, Luftfeuchte erhöhen.
  • Pilzkrankheiten: Mehltau, Braunfäule. Lösung: Bessere Luftzirkulation, Gießen an Wurzel, befallene Blätter entfernen.
  • Windschäden: Abbrechende Triebe. Lösung: Bindungspunkte verdichten, Windschutzmatten, schwere Töpfe unten.

Jahreskalender: Pflege übers Jahr

  • Frühjahr (März–Mai): Planung, Aufbau, Aussaat, erste Pflanzungen; Spätfrostschutz bereithalten.
  • Sommer (Juni–August): Ernten, wöchentlich düngen (Starkzehrer), Bewässerung anpassen, Ausgeizen.
  • Herbst (September–Oktober): Späte Salate aussäen, Kübel teilen, Substrat auffrischen, mehrjährige Pflanzen zurückschneiden.
  • Winter (November–Februar): Frostschutz (Vlies/Jute), wenig gießen, Struktur prüfen/planen, Saatgut bestellen.

Budget, Zeitplan und Einkaufsliste

Ein Vertikaler Garten am Balkon–DIY muss nicht teuer sein. Drei Richtwerte:

  • Budget Basic (50–120 €): Upcycling-Palette, Filztaschen, torffreies Substrat, Saatgut/Jungpflanzen, simple Tropfer.
  • Budget Medium (120–300 €): Metallgitter, UV-stabile Hänge-Töpfe, Tropfbewässerung mit Timer, Premium-Substrat, Dünger.
  • Budget Premium (300–700 €): Modulares System mit Reservoir, hochwertige Beschläge, Smart-Timer, dekorative Beleuchtung.

Zeitspar-Plan (Wochenende):

  1. Freitag (1–2 h): Standort messen, Skizze, Einkaufsliste finalisieren.
  2. Samstag (4–6 h): Materialkauf, Zuschnitt, Schleifen, Rahmenaufbau.
  3. Sonntag (3–5 h): Substrat mischen, Bepflanzen, Bewässerung testen, Aufräumen.

Praxis-Details: Substratmix, Drainage und Luft

  • Substrat: 50% torffreie Balkonerde + 20% Bims + 20% Blähtonbruch + 10% Kompost; optional 2% Pflanzenkohle.
  • Drainage: 2–4 cm Blähton, Vliestrennung, seitliche Entwässerungsöffnungen bohren.
  • Luftzirkulation: Ebenen versetzt anordnen; 5–10 cm zur Wand für Hinterlüftung.

Mischkultur- und Companion-Pflanzen

  • Gut zusammen: Tomate + Basilikum + Ringelblume (Schädlingsschutz, Aroma).
  • Duftbarriere: Lavendel zwischen Erdbeeren – weniger Nacktschnecken auf ebenerdigen Balkonen.
  • Stickstofffixierer: Bohnen/Erbsen verbessern Boden für Nachkultur.

Überwintern und Saisonwechsel

  • Mehrjährige Kräuter: Rosmarin/Salbei frostgeschützt nahe Hauswand; Topf isolieren (Jute/Vlies).
  • Substraterneuerung: Jährlich oberste 5–10 cm austauschen, Langzeitdünger nachfüllen.
  • Filztaschen reinigen: Entleeren, mit mildem Essigwasser spülen, trocknen lassen.

Bohrfrei befestigen: Lösungen für Mietwohnungen

  • Klemmhalter: Für Geländer; Traglast des Geländers beachten.
  • Freistehende Rahmen: Leiter/A-Frame; ballastiert durch Pflanzkübel.
  • Tür-/Fensterrahmen-Systeme: Teleskopstangen mit Hängeebenen für leichte Töpfe.

Smart Gardening: Automatisieren und überwachen

  • Zeitschalt-Timer: Für Tropfbewässerung; zwei Gießzyklen täglich bei Hitze.
  • Feuchte- und Lichtsensoren: Datenbasierte Anpassung, weniger Über-/Unterversorgung.
  • Solar-Pumpen: Autark für kleine Anlagen (sonnige Balkone).

Design-Tipps: Ästhetik trifft Funktion

  • Farbkonzept: 2–3 Hauptfarben bei Töpfen/Pflanzen; Weiß/Grün/Lila wirkt frisch.
  • Wiederholung: Gleiche Topfform wiederholt erzeugt Ruhe trotz Pflanzenvielfalt.
  • Rhythmus: Höhenversatz, Texturwechsel (großblättrig vs. filigran) für Tiefe.
  • Beleuchtung: Warmweiße Lichterketten akzentuieren abends; netz- oder solarbetrieben.

Mini-FAQ zum Vertikalgarten

  • Wie oft gießen? Sommer: täglich bis alle 2 Tage; Frühling/Herbst: 2–3× pro Woche; lieber seltener, dafür gründlich.
  • Welche Erde für Kräuter? Mediterrane Kräuter: mager, sandig; Petersilie/Basilikum: nährstoffreicher, gleichmäßig feucht.
  • Was tun bei Algen im Reservoir? Abdecken vor Licht, regelmäßiger Wasserwechsel, Bio-Reiniger.
  • Wie verhindere ich Tropfen zum Nachbarn? Auffangschalen + Tropfleiste + maßvoll gießen/Tropfrate justieren.

Checkliste: Dein schneller Projektüberblick

  • Ziel definieren: Ernte, Sichtschutz, Bienenfreundlichkeit oder Mischung?
  • Standort prüfen: Sonne, Wind, Wasser, Statik, Mietrecht.
  • System wählen: Palette, Gitter oder Modulsystem.
  • Einkaufsliste: Träger, Töpfe/Taschen, Substrat, Drainage, Dünger, Bewässerung.
  • Aufbau planen: Reihenfolge, Werkzeug, Zeitfenster.
  • Bepflanzung: Passende Arten nach Lage; Mischkultur.
  • Pflege-Setup: Gießplan, Düngerroutine, Schädlingsprävention.

Konkrete Pflanzenpläne für 3 Balkontypen

Plan A: Südbalkon-Erntewand (1 m Breite, 2 m Höhe)

  • Oben: Hängender Thymian, Kapuzinerkresse.
  • Mitte: 2× Cocktailtomate (10–12 l), Basilikum dazwischen.
  • Unten: Erdbeeren in Filztaschen, Oregano als Bodendecker.
  • Bewässerung: Tropfer 2 l/h pro Topf, 15 min morgens, 10 min abends bei Hitze.

Plan B: Ost/West-Balkon Mix (1,2 m Breite, 1,8 m Höhe)

  • Oben: Schnittlauch, Petersilie, Minze (eigener Topf).
  • Mitte: Salat-Mix, Radieschen-Reihen.
  • Unten: Zuckererbsen mit Ranknetz, Begonien für Farbe.

Plan C: Nordbalkon Blatt- und Strukturwand (0,8 m Breite, 1,6 m Höhe)

  • Oben: Muehlenbeckia, Efeu (schnittverträglich).
  • Mitte: Farne, Purpurglöckchen.
  • Unten: Funkien, Zitronenmelisse.

Feinschliff: Pflegeleicht von Anfang an

  • Selbstbewässernde Töpfe: Reduzieren Gießintervalle; ideal für Berufstätige.
  • Etiketten/QR-Codes: Pflegehinweise immer griffbereit.
  • Modulare Ebenen: Saisonale Wechsel ohne Großumbau.

Schritt-für-Schritt-Beispiel: Rankgitter-Setup in 120 Minuten

  1. Vermessen & Markieren (10 min): Gitterbreite, Topfabstände, Lichtverlauf checken.
  2. Gitter befestigen (20 min): Standfüße ausrichten, Kabelbinder doppelt sichern.
  3. Töpfe vorbereiten (25 min): Drainage, Substratmix, Wasserspeichergranulat einfüllen.
  4. Bepflanzen (30 min): Große Töpfe unten, leichte oben; Mischkultur beachten.
  5. Bewässerung (20 min): Tropfer setzen, Timer 6:30 und 20:00 Uhr einstellen.
  6. Finish (15 min): Etikettieren, Mulch aufbringen, Auffangschale platzieren.

Ernte- und Genussideen

  • Kräuter-Quick-Pesto: Basilikum + Petersilie + Walnüsse + Öl + Zitrone.
  • Balkon-Salat: Pflücksalat, Radieschen, Erdbeeren, Minze, Zitronen-Dressing.
  • Infused Water: Minze, Zitronenmelisse, Erdbeeren – eiskalt servieren.

Nachhaltig erweitern

  • Wurmkomposter-Box: Küchenabfälle werden Dünger; platzsparend unter der untersten Ebene.
  • Insektenhotel: Zwischen Module setzen; fördert Bestäuber.
  • Komposttee-Brauer (DIY): Belüfteter Eimer + Wurmhumus für Pflanzen-Boost.

Abschluss: Dein Balkon wächst nach oben

Mit einer klaren Planung, den richtigen Materialien und einer strukturierten Schritt-für-Schritt-Umsetzung wird dein Projekt zur grünen Erfolgsgeschichte. Ob rustikale Palettenwand, filigranes Rankgitter oder elegantes Modulsystem – dein Vertikaler Garten am Balkon–DIY bringt Frische, Ernte und Ambiente auf kleinstem Raum. Starte am besten dieses Wochenende: Skizze zeichnen, Materialien besorgen, aufbauen – und schon bald erntest du Kräuterduft, Sommersalat und tägliche Dosis Natur direkt vor der Tür.

Call to Action: Mache jetzt deine Standortskizze, wähle eine der drei Bauvarianten und liste fünf Lieblingspflanzen – in 72 Stunden steht dein vertikaler Balkon-Garten!